Verantwortung. Engagement. Kameradschaft.

 


CHANCE MILIZ
Anlass vom 2. November 2019

Sicherheit: Nicht nur Männersache!

Am 2. November fanden sich über 100 Gäste zum jährlich stattfindenden Anlass CHANCE MILIZ im AAL in Luzern ein. Die Kantonale Offiziersgesellschaft Luzern und die Zentralschule hatten zur kontroversen Diskussion eingeladen, ob mehr Frauen "unter die Fahnen" müssen.

Die Schweizer Armee hat mit nur 0.8% Frauenanteil den tiefsten Wert in Europa. Dass sich dies ändern soll, dessen waren sich im Grundsatz alle Referentinnen einig. Auch der Luzerner Regierungspräsident Paul Winiker ist dieser Meinung und strich in seiner Grussbotschaft hervor, dass der Kanton Luzern der Erhöhung des Frauenanteils in der Schweizer Armee hohe Bedeutung zuweist. Mehrere Anstrengungen wurden im Bereich der Orientierungstage bereits unternommen.

Die Nidwaldner Justiz- und Sicherheitsdirektorin, Frau Karin Kayser-Frutschi, hielt gleich zu Beginn fest, dass es jedoch nicht darum gehen könne, damit ein Bestandsproblem lösen zu wollen oder die Aufgaben im Staat neu zu verteilen. Damit hatte sie die folgenden Diskussionen sogleich in die richtige Richtung aufgegleist.

Im Zentrum der Diskussionen stand, wie Frauen für den Dienst in der Schweizer Armee gewonnen werden können. Dass Frauen verpflichtet werden sollen am Orientierungstag teilzunehmen sieht Frau Nationalrätin Priska Seiler-Graf als den falschen Ansatz. Dies könne nicht von der zuerst zu klärenden Gleichberechtigungsfrage getrennt werden. Frau Dr. Esther Girsberger, sie hat als Korporal selber Militärdienst geleistet, widersprach ihr und forderte, dass die verstärkte Information der Frauen jetzt angegangen werden müsse. Monetäre Anreize zu schaffen, darin waren sie sich dann einig, sei definitiv der falsche Weg.

Frau Hptm Weber-Tinner strich heraus, dass es wichtig, dass die Frauen bereits vor dem Orientierungstag mit dem Thema vertraut werden. Ein erster Ansatz mit den Auftritten von Kadern an den Schulen ist bereits gemacht. Noch zielführender wären aus Sicht von Frau Nationalrätin Seiler-Graf kontroverse Podien an den Schulen. Brigadier Germaine Seewer forderte, dass dies noch einen Schritt weitergehen muss. So muss die Sicherheitspolitik mit der Armee als Teil davon im staatspolitischen Unterricht wieder thematisiert werden. Dem konnte Frau Dr. Girsberger nur zustimmen, da jeder junge Mensch über Sicherheit informiert werden müsse.

Als zentraler Schlüssel zu mehr Frauen in der Armee wurde immer wieder die Vermittlung der Sinnhaftigkeit der Armee und ihres Tuns erwähnt. Etwas, was beim Friedensförderungsdienst besser funktioniert als beim Militärdienst mit Rekrutenschule und Wiederholungskurs. Kann der Sinn der Armee besser vermittelt werden, können am Schluss nicht nur Frauen, sondern auch mehr Männer für die Armee gewonnen werden.

Bei allen Meinungsverschiedenheiten auf dem Podium und zwischen Referenntinnen und Gästen, den Schlussworten des Präsidenten der Kantonalen Offiziersgesellschaft Luzern konnten alle folgen: "Der Krieg ist zu ernst, um ihn einzig den Männern zu überlassen."


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